Untersuchung der Riechfähigkeit von Kindern und Jugendlichen

von Franziska Krone (18, Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden)

Kategorie: Biologie 2005
Betreuer: Prof. Dr. med. Thomas Hummel und Priv.-Doz. Dr. med. Oliver Bartsch
Wettbewerbsart: Jugend forscht

Gewonnene Preise:
  • Sonderpreis im Landeswettbewerb
  • Regionalsieger

In dieser Arbeit wurde die Riechfähigkeit von Kindern und Jugendlichen untersucht. Am Beispiel des Androstadienons wurden mögliche Veränderungen der Geruchssensibilität auf Duftstoffe während der Pubertät überprüft. Beim ähnlich riechenden Androstenon wurden bereits geschlechtsspezifische Sensibilitätsveränderungen während der Pubertät beobachtet. Mit zunehmendem Alter nahm bei Männern die Sensibilität auf Androstenon ab, bei Frauen veränderte sie sich kaum. Bei beiden Stoffen handelt es sich um Abbauprodukte des Testosterons.
Insgesamt haben 243 Probanden im Alter von 7 bis 19 Jahren an den Untersuchungen teilgenommen. Es erfolgte eine Unterteilung der Versuchspersonen in "Grundschul"- (7 bis 11 Jahre), "vorpubertäre" (12 bis 14 Jahre) und "nachpubertäre" Gruppe (16 bis 19 Jahre). Die Probanden wurden auf ihre sprachlichen Fähigkeiten, Riechvermögen und Androstadienon-Sensibilität getestet. Einige Versuchspersonen der "Grundschul"-Gruppe wurden hinsichtlich der subjektiven Bedeutung der Riechfähigkeit befragt.
In den Ergebnissen dieser Untersuchungen wurde deutlich, dass sich sprachliche Fähigkeiten und Riechvermögen mit zunehmendem Alter verbessern. Männliche Probanden wiesen in der Kindheit eine geringere Androstadienon-Sensibilität als in der Vorpubertät, aber eine höhere als in der Nachpubertät auf. Weibliche Probanden zeigten eine umgekehrte Entwicklung. Ihre Androstadienon-Sensibilität war in der Kindheit höher als in der Vorpubertät und verringerte sich während der Pubertät nur leicht.
Die unterschiedliche Entwicklung der Sensibilität auf Androstadienon bei männlichen und weiblichen Testpersonen deutet auf geschlechtsspezifische Sensibilitätsveränderungen hin, welche bei Androstenon während der Pubertät bereits beobachtet wurden. Die Gründe für diese Sensibilitätsveränderungen sind bislang noch nicht geklärt. Es wird angenommen, dass die sinkende Sensibilität auf Androstadienon bei männlichen Probanden während der Pubertät durch eine verstärkte körpereigene Produktion an Androstadienon verursacht sein könnte.
In einer weiterführenden Arbeit könnten weitere Duftstoffe, für welche ebenfalls ein geschlechtsspezifischer Sensibilitätsverlust beschrieben wurde, untersucht werden, um die Ursachen für diese Veränderungen vollständig zu klären.

Untersuchung der Riechfähigkeit von Kindern und Jugendlichen